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Einführung zur Ausstellung "Schmetterlingseffekt"

Anna Rozanova - Schmetterlingseffekt

3.Oktober 2010

 

Der Schmetterling hat im Schaffen Anna Rozanovas mehrere Bedeutungen. Der Begriff "Schmetterlingseffekt" stammt von dem Meteorologen Edward N. Lorenz, dem Begründer der Chaostheorie und bezeichnet die große Empfindlichkeit in komplexen dynamischen Systemen auf kleine Abweichungen in den Anfangsbedingungen. Im populärwissenschaftlichen Kontext bezeichnet man mit dem "Schmetterligseffekt" den Zusammenhang aller Vorgänge auf der Welt. Die kleinste unbedeutendste Veränderung kann unvorhersehbare Folgen haben. So lautet der berühmte Satz: "Der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien kann einen Orkan in Texas auslösen".

 

Anna Rozanova überträgt dieses Prinzip auf ihre Kunst. Sie bemerkt, dass zufällig oder bewusst Gehörtes oder Gesehenes im Menschen zu ungeahnten Eindrücken und Gedanken und sogar zur geistigen Erleuchtung führen kann. So stellt sich die Künstlerin die Aufgabe, im Betrachter eine Reihe von Emotionen und Gedanken auszulösen, die diesen zur Erleuchtung führen könnten.

 

Im Schmetterling selbst sieht die Künstlerin ein Sinnbild des menschlichen Geistes, der im Universum schwebt. Der Flug eines Schmetterlings ist nicht gerade und gleichmäßig, sondern sprunghaft und unruhig. Das Insekt scheint Höhen und Tiefen überwinden zu müssen und wirkt dabei schwerelos, unbeständig und gleichzeitig frei. Auch der Geist des Menschen strebt nach Freiheit. Doch in unserer Epoche ist der Mensch gebunden an Pflichten, Existenzsorgen und materiellen Bedürfnissen. Der Geist ist gebunden und bewegt sich in bloßer Alltäglichkeit und neigt dazu, zu verkümmern. Die Landschaft, die in Anna Rozanovas Schaffen eine große Rolle spielt, bietet die Möglichkeit, den Geist von den Alltäglichkeiten abzulenken und zur Freiheit, zum freien Schweben zu verleiten.

 

In östlicher Philosophie, mit der sich die Künstlerin seit Jahren auseinandersetzt, ist alles mit einander verbunden und fließt in einander über. Bei der Betrachtung der Landschaft kann der Geist die Einheit mit dem Universum spüren und sich von alltäglichen Sorgen befreien. "Alles in der Welt ist Teil eines unzertrennbaren Ganzen. Das empfinde ich mit meinem Innern. Während des Malvorgangs bin ich nicht von dem Gegenstand getrennt, den ich abbilde, sondern habe ihn verinnerlicht. Wenn ich Gras male, dann denke ich an sein Wachstum, seine Bewegung und Rascheln im Wind. Die Landschaft ist für mich die Möglichkeit meinen geistigen Zustand wiederzugeben. Ich mache keine Trennung

zwischen mir und der Landschaft, sondern verschmelze mit ihr."

 

Nach Anna Rozanova, besteht die Aufgabe der Malerei nicht darin, äußerliche Ähnlichkeit mit der realen Welt wiederzugeben, sondern im Wiedergeben des geistigen Rhythmus und der Wesenheit der Dinge. So versucht sie, das Flimmern der Luft und des Lichts malerisch auf die Leinwand zu bringen und schafft es im Bild greifbar und spürbar zu machen.

"Für den Maler ist es wichtig, die sichtbare Welt zu verinnerlichen und daraus eine eigene, ebenbürtige Welt zu schaffen" sagt die Künstlerin. Daher sind ihre Landschaften stark abstrahiert und konstruktiv. Sie fügt das Bild aus geometrischen Flächen zusammen, die jede für sich einen räumlichen Sog entwickeln. Auf diese Weise wirkt das flache Bild tief und bewegt, es fixiert den Betrachter. Der abgebildete Schmetterling ist ebenfalls stark abstrahiert. Er hebt sich vom Hintergrund durch die Oberflächenstruktur ab und dominiert das Bild. Seine Oberfläche wirkt flimmernd und durchsichtig. Durch die Verwendung verschiedener Materialien übersetzt die Künstlerin die Bewegung des Schmetterlings in ihre eigene Bildsprache. Diese schimmernde Bewegung der Farbe auf der Leinwand ist der Effekt des Schmetterlings.

 

Elisabeth Kuhl

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