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Biographie

Anna Rozanova (verh. Uralski) ist am 17.08.1953 in Moskau (Russland) geboren. In den Jahren 1965 bis 1969 nimmt sie Mal- und Zeichenunterricht an mehreren Kunstschulen für Jugendliche in Moskau. Von 1972 bis 1977 studiert sie an der Moskauer Polygrafischen Hochschule. Seit 1985 beschäftigt sie sich intensiv mit Malerei und ist mehrere Jahre lang Meisterschülerin des Malers Lew Kropiwnizki (Moskau). Ihre frühen Arbeiten sind polychrom und figurativ mit Collageelementen.

1992 wandert die Künstlerin mit ihrer Familie nach Deutschland aus. Ende der 90er Jahre wandelt sich der Malstil zu monochromen konstruktiven Landschaften. Collageelemente werden nun zur Gestaltung von Oberflächenstrukturen eingesetzt. 

Die Werke von Anna Rozanova befinden sich in der St. Pius-Kirche (Köln), St. Martinskirche (Hürth) und in Privatsammlungen in Deutschland, Russland und Israel.

Auf der von den Postmodernisten begonnenen Wanderung - vom Bild zum Gegenstand, dann zur Idee des Gegenstandes, dann zum Objekt und wieder zurück zum Bild als Sicht des Gegenstandes - die Bedeutung der Objekte und Installationen erfassend, versuche ich ständig "meinen eigenen Weg" zu ertasten.

Am Ende des XX Jahrhunderts stellten die Kritiker im Namen der Künstler fest, dass praktisch jedes Genre der Kunst tot ist und das Bild als künstlerisches Handwerk zu Kitsch geworden ist, usw. Ist der Weg in der Kunst denn nichts anderes als eine Sackgasse? Ilya Kabakov sagt in "Über die "Totale" Installation", dass, "aller Wahrscheinlichkeit nach, die inneren Möglichkeiten einer Entwicklung des Bildes als Genre erschöpft sind. Heute tritt das Bild in der künstlerischen Welt als "ein Gegenstand unter Gegenständen" auf. Es verliert seine privilegierte Stellung, wie es vor noch nicht sehr langer Zeit gewesen ist."

Für mich ist das Bild eine malerische Möglichkeit, die sinnliche Vielfalt des Seins in den zahllosen Formen auszudrücken, die das Dasein in der Seele eines Malers hervorruft. Falls es einem Maler gelingt, einen "beseelten Rhythmus" zu finden, so kann ausgerechnet in dem Bild der Zustand einer Realität erreicht werden, "in dem zwischen jedem Punkt und jeder Linie sich das Prinzip einer ausdrucksvollen Vernunft festsetzt."

Einen wesentlichen Teil des Lebensraumes eines modernen Menschen nimmt die Virtuelle Realität ein. An jedem Ort "wird der Lebensschwerpunkt aus der realen Welt in die "virtual reality", in das Nichts, versetzt. Somit beraubt man das Leben seines Schwerpunktes." Als eine Methode in der Kunst lehne ich die Virtuelle Realität ab, da dort Schöpfung einer Annihilation gleichkommt. Daher versuche ich in meiner Malerei von abstrakten Konstruktionen und rein verstandgesteuerten Gebilden Abstand zu nehmen. Diese Welt erkennen, sie erfassen und nicht vor ihr zu fliehen in das Nichts, das ist das Prinzip meiner künstlerischen Anschauung.

Henri Matisse sagte einmal: "falls ein Maler sich vor der Banalität fürchtet, wird er sie nie vermeiden können". Ich wandte mich der Landschaftsmalerei zu, der anachronistischsten Gattung des gesamten Genre des modernen Bildes.

Wieso soll die uns umgebende lebendige Welt der Natur in all ihrer Vielfalt erschöpft sein? Ist es denn sinnlos, zu versuchen, sein "ich" mit der lebendigen Natur zu identifizieren, die Natur als ein Teil seiner selbst zu sehen? In meinen Augen ist die Ablehnung der Landschaftsmalerei als eine malerische Art sich auszudrücken, nichts anderes als ein postmodernistisches Syndrom.

Vor sehr langer Zeit lehrten die Chinesen: "Ganz gleich ,wie weit ihr geht oder wie hoch ihr hinaus klettert, ihr müsst mit einer einfachen Kleinigkeit anfangen". Diese einfache Kleinigkeit war für mich der Baum.

In meiner Malerei ordnet und bildet der Baum die Landschaft. Er ist Symbol, Konzept und konstruktives Element zu gleich. Der Körper des Baumes kann gleichzeitig konvex und konkarv sein, glatt und rau, quer und geneigt, gedehnt und abgrenzend...

Das bietet unbegrenzte Möglichkeiten für plastisch & farbiges Modelieren. In plastischer Modelierung der Baumfiguren versuche ich, malerisch die Formen der lebendigen Natur zu gestallten.

Mir scheint, dass ich endlich meinen Weg gefunden habe, den ich allerdings noch gehen muss.

Anna Rozanova